Intensiv-Kurs USA:
Spuren durchs Indianerland...

Eindrucksvolle Canyon-Kunst Seite: 3



In Chinle fülle ich meine Vorräte auf und starte Richtung Grand Gulch Plateau, im Südosten Utahs. Auf dem Weg dorthin kommt mir am zweiten Tag überraschend ein Radfahrer entgegen - der erste Gleichgesinnte seit Phoenix! Der junge Radler ist auf dem Weg von San Francisco nach New York und möchte in drei Monaten den Kontinent durchqueren. Nach einer kurzen Unterhaltung fährt jeder in seine Richtung weiter.
Am frühen Abend erreiche ich die leider schon geschlossene Grand Gulch Rangerstation. Ein Nachtplatz in der Nähe ist aber schnell gefunden.


Später, nach einem deftigen Abendessen, sitze ich noch lange vor meinem Zelt und lasse meine Gedanken schweifen. Das Grand Gulch Gebiet ist bis heute weitgehend unerschlossen. In den umliegenden Schluchten gibt es Überreste indianischer Besiedlung und Felszeichnungen an den Canyonwänden.
Auf genauen topographischen Karten lasse ich mir am anderen Morgen vom Ranger das Gebiet erklären. Es gibt keinerlei Wege, und so ist man zur Orientierung in erster Linie auf den Verlauf der Flüsse und Schluchten angewiesen.
Radfahrer verirren sich so selten hierher, daß der Ranger schnell noch ein Foto von mir schießt, bevor ich wieder weiterfahre. In den folgenden beiden Tagen durchstreife ich das unwegsame G
elände. Und obwohl ich die Talsohle immer wieder verlasse und an den Cayonwänden entlangklettere, finde ich - außer einer Klippenwohnung mit kleinen Rundbauten - nur spärlich Überreste der alten Indianerkultur. In diesem Gebiet könnte man sicher noch Entdeckungen machen...
Aber dazu bräuchte man viel Zeit, am besten einige Wochen. Die Aussicht vom Hochplateau reicht weit, bis hinüber zum Monument Valley, dessen gewaltige Erosionslandschaft ich von früheren Reisen her kenne. Steil geht es auf Schotter und Geröll bergab. Mit Erreichen der letzten Serpentinen endet die Erdstraße, und auf tadellosem Asphalt rolle ich nahezu mühelos bis nach Mexican Hat.
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